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E-Schrott wird nützlich

RENN West RENN Leitstelle Nordrhein-Westfalen
Foto © labdoo.org/CC-BY-SA 3.0-Lizenz

Jedes Jahr im Januar oder Februar fliegen Duisburger Schülerinnen und Schüler nach Ghana zum Austausch mit Schulen in Accra. Alle Jugendlichen haben einen gebrauchten Laptop im Gepäck, für die Partnerschule. „Jedes Jahr können wir so ein Klassenzimmer ausrüsten“, sagt Ralf Hamm, Vorsitzender des Vereins Labdoo.org. Hamm war 2012 über einen Medienbericht auf das Hilfsprojekt gestoßen, das Jordi Ros-Giralt 2010 in den USA ins Leben gerufen hatte, und gründete noch im selben Jahr den deutschen Verein. Für dessen Arbeit ist das Duisburger Austauschprojekt ein gutes Beispiel.

Die Schule in Accra wird nicht nur mit Technik versorgt. Die jungen Reisenden weisen ihre Gastgeber*innen auch in die auf den Rechnern installierten Programme und Lerninhalte ein: Sie sind sogenannte Flugpat*innen für gebrauchte Laptops – Reisende, die auf ihre ohnehin geplanten Flüge zusätzlich Lernlaptops als IT-Spenden mitnehmen. Dank der Idee von Labdoo, die Rechner nicht zu verschrotten, sondern die IT dorthin zu spenden, wo sie gebraucht wird, erhalten Schulen, Waisenhäuser, Kinderheime oder Geflüchtetenprojekte auf der ganzen Welt IT-Spenden und damit Zugang zur digitalen Gesellschaft. 

Die 2019 von RENN.west als Transformationsprojekt (im Wettbewerb Projekt Nachhaltigkeit) ausgezeichnete Idee funktioniert so: Ehrenamtliche Helfer*innen löschen die alten Daten und bespielen die Laptops mit einer umfangreichen Lernumgebung in der Landessprache. Dann sorgen die Flugpat*innen für den Transport. Das Konzept ist bis zum Ende durchdacht: Wenn die Technik irgendwann ihren Geist aufgibt, werden die Geräte nach Möglichkeit wieder zurückgeholt und in Deutschland repariert oder entsorgt. Eine Online-Plattform dokumentiert transparent alle eingesammelten IT-Spenden, Flugpat*innen und Projekte. Heute lernen über mehrere Hunderttausende Kinder und Geflüchtete in rund 2.000 Schulen und Projekten in weit über 100 Ländern auf der Welt an IT-Spenden von Labdoo. Die Hälfte der Geräte stammt aus Deutschland. „Kinder erhalten Lernmöglichkeiten, Integration wird unterstützt, Fluchtursachen werden bekämpft und nicht zuletzt die Umwelt geschont“, sagt Hamm. 

Als ehemaliger IT-Gründer und erfahrener Manager brachte Frührentner Hamm die nötigen Kompetenzen zum Aufbau des deutschen Labdoo mit: In den ersten Jahren habe sich der Anteil an Technik-Spenden jährlich verdoppelt, und auch wenn sich das Wachstum etwas verlangsamt habe, entwickele sich der deutsche Ableger immer noch rasant, sagt er. Mit einem harten Kern von rund 200 Helfer*innen in Deutschland und dem Förderverein, der ihnen den Rücken freihält und Spenden sammelt, sei der Verein „ganz ordentlich durchstrukturiert“.

Sie möchten mehr zur praktischen Umsetzung der SDGs in Nordrhein-Westfalen erfahren? Hier geht’s zur vollständigen Broschüre.

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In den sozialen Medien finden Sie Beiträge dazu unter #16x17einfachmachen.

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