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Kinder brauchen Wunder

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Fotos © Stiftung Bürger für Leipzig

Die Kinder sitzen mit den Erwachsenen beim Picknick im Kreis. Es gibt viel zu erzählen. Plötzlich klopft der neunjährige David an sein Glas. Er wolle jetzt etwas sagen, so der ansonsten eher ruhige Viertklässler: „Ich finde das so toll, dass ihr das ganze Jahr etwas mit uns unternommen habt, ohne Geld dafür zu bekommen. Dafür möchte ich mich bedanken.“ Für Trendela Braun und ihr Team von der Stiftung „Bürger für Leipzig“ sind solche Momente immer wieder „sehr anrührend“.

2015 hat die Projektleiterin „Die Wunderfinder“ mit auf den Weg gebracht. Kinder brauchen Menschen, die an sie glauben und ihnen helfen, ihre Potenziale zu entfalten. Sie brauchen Mutmacher, Vorbilder und eine Umgebung, die sie annimmt und fördert. „Manche Familien“, erklärt Braun, „sind aus verschiedensten Gründen bei dieser wichtigen Aufgabe auf besonderen Beistand angewiesen“. Hier leistet „Die Wunderfinder“ – finanziert durch Mittel aus dem Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ und Spenden – einen wichtigen Beitrag: Gemeinsam mit zwei Patenkindern im Alter zwischen acht und elf Jahren geht ein erwachsener Pate oder eine Patin innerhalb eines Schuljahres auf zehn „Wundertouren“ in die Stadt. Dabei entdecken sie „Wunderorte“ wie eine Bäckerstube, Museen, Ateliers, Musikschulen, Theater, Feuerwehren, Handwerksbetriebe. Oder sie gehen einfach in den Park. Die jungen Wunderfinder kommen so aus ihrem Kiez heraus und können heraus- finden, was ihnen liegt und Spaß macht. „Wir wollen mit dem Projekt Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten zusammenzubringen, die sich sonst nicht kennengelernt hätten. Alle entdecken neue Welten und lernen voneinander – auch die Paten von den Kindern. Dabei geht es nicht vordergründig um die Ausflüge, sondern um das Zwischenmenschliche“, so Braun. Das Geschenk für die Kinder ist die Zeit. „Die Wunderfinder“ arbeitet mit fünf Schulhorten im Leipziger Osten zusammen. Die Lehrer wissen, für welche Kinder eine Patenschaft besonders wichtig wäre.

Zu Beginn des Schuljahres lernen die circa 70 Pat*innen – Studenten*innen, Rentner*innen und Berufstätige – in spielerischen Einzelgesprächen „ihre“ zwei Kinder, die Eltern und Erzieher*innen kennen. Mögen sich Kinder und Pat*innen, kann es losgehen mit den Wundertouren. Oft entstehen über das Jahr hinaus Freundschaften. Trendela Braun möchte gern noch mehr Kinder „vermitteln“ und das Modell Patenschaft bekannter machen. Denn Menschen stärken Menschen.

Sie möchten mehr zur praktischen Umsetzung der SDGs in Sachsen erfahren? Hier geht’s zur vollständigen Broschüre.

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In den sozialen Medien finden Sie Beiträge dazu unter #16x17einfachmachen.

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