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Auftakt-Workshop „Bündnis für Mehrweg“ in Bremen

Bremen

Einwegverpackungen und Plastikmüll vermeiden – für dieses Ziel gibt es eine Vielzahl praktikabler Ideen und Ansätze. Um diese Ideen gesammelt zu betrachten und zu diskutieren, kamen am 19. November 2018 mehrere Akteure aus Bremen in der Handwerkskammer zusammen, um auf Initiative des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr Perspektiven für ein „Bündnis für Mehrweg“ in Bremen aufzuzeigen.

Nach einer kurzen Begrüßung von Tuku Roy-Niemeier, Handwerkskammer Bremen, leitete Rita Apel, Poetry Slammerin, mit einem Kindergedicht vom Mikroplastik in die Thematik des Nachmittages ein. Sensibilisiert durch diesen künstlerischen Einstieg, untermauerte anschließend Bettina Taylor, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) e.V., Landesverband Bremen, die Plastikproblematik mit zahlreichen Fakten am Beispiel des „Coffee-to-Go“. Hier wurde schnell klar, dass die Förderung von Mehrwegprodukten große Potenziale bietet, um dem Berg an Einwegmüll zu begegnen. Welche Möglichkeiten bestehen, stellten anschließend mehrere Referent*innen im Laufe des Nachmittags vor:

Handeln des Staates

Hildegard Kamp, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr stellte den Beschluss der Bremischen Bürgerschaft „Kaffee genießen, Müll vermeiden – umweltfreundliches Mehrwegsystem für Getränkebecher einführen!“ vor.

Handeln Unterwegs

Walter Steinhauer und Lucian Suhrhoff vom Start Up „cup2date“ erläuterten ihr Geschäftsmodell, mit dem Coffe to go in Cafés und Bäckereien in Pfand-Mehrwegbechern ausgeschenkt werden, die nach dem Verzehr an allen teilnehmenden Stationen zur Reinigung wieder abgegeben werden können. Bernard Timphus, Konditorei Stecker, unterstützte die Entwicklung von Mehrwegbechern, stellte aber zugleich den Bedarf an to-go-Behältnissen in Frage, angesichts des Phänomens, dass Kaffee überhaupt unterwegs getrunken wird. 

Handeln im Handwerk

Maren Andresen, Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V., stellte den Mehrwegbecher des Zentralverbands vor, der bereits von zahlreichen Bäckereien in Deutschland genutzt wird. Dieser wird von der Kundschaft käuflich erworben, in die Bäckerei mitgebracht und danach zu Hause gereinigt. Oft ist der Erwerb eines Bechers mit Anreizen, wie zum Beispiel einer kostenlosen Kaffee-Füllung verbunden.

Handeln in Unternehmen

Frank Wiehart, hanseWasser Bremen GmbH, berichtete von Mehrweg im Betrieb. Die Mitarbeitenden von hanseWasser bekamen je einen Mehrwegbecher vom Unternehmen geschenkt. Zudem wurden in den Teeküchen leitungsgebundene Trinkwasserspender aufgestellt, um Plastikflaschen zu sparen. Seit dem Umzug in ein neues Bürogebäude wird zudem eine Kultur des papierlosen Büros im Unternehmen gelebt, sodass insgesamt weniger Abfall anfällt.

Handeln bei Veranstaltungen

Anne-Kathrin Laufmann, SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA, stellte das Mehrweg-Konzept von Werder Bremen vor, wo bereits bei Fußballspielen Getränke in Mehrwegbechern ausgeschenkt werden und in der Gastronomie versucht wird auf Einweg-Geschirr zu verzichten. 

Handeln im Online Versand

Christof Trowitz stellte das Start Up RePack vor, das die Logistik von Mehrwegverpackungen im Online Versandhandel organisiert. Momentan nutzen hauptsächlich Textilhändler die Möglichkeit ihre Produkte in den Mehrwegplastiktaschen zu versenden, sodass die Kundschaft diese Beutel wieder an RePack zurücksendet, damit sie gereinigt werden können, um wieder an den Online Händler zu gehen und so den Kreislauf zu schließen.

Bei einer Pause bei „Coffee to stay“ konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen Fragestellungen auf dem Weg zu einem „Bündnis für Mehrweg“ diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Frage nach den Möglichkeiten der Unterstützung von Mehrwegbechern durch Unternehmen, die Frage nach weiteren Ansatzpunkten für Mehrwegprodukte, zum Beispiel bei Verpackungen und die Frage nach möglichen Kriterien für die Aufnahme von Akteuren in ein „Bündnis für Mehrweg“.

Nach der Ergebnisvorstellung der Gruppenarbeiten war schnell klar, dass die Handlungsmöglichkeiten so vielfältig sind, dass ein „Bündnis für Mehrweg“ zahlreiche Ansatzpunkte bietet, um Einwegmüll zu reduzieren.

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