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Nachhaltig leben

RENN.süd trägt gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und Kommunen das Thema "Nachhaltig leben" in die Breite und setzt dazu auf Kooperation und Vernetzung. Unsere Arbeitsschwerpunkte im Einzelnen sind:

Kommune als Aktionsraum Konsum Ressourcenschonung Mobilität Beschaffung

Kommune als Aktionsraum

Nachhaltigkeit wurde in Deutschland nach dem Erdgipfel von Rio 1992 besonders durch die vielen lokalen Agenda-21 Prozesse gestaltet. Diese zeichneten sich durch die hohe Anzahl an Bürgerprojekten aus, die aus der Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren und den Kommunen resultierten. RENN.süd möchte diesen Ansatz weiterentwickeln und mit neuen Initiativen wie Transition Towns, Repair Cafés, Urban Gardening etc. verknüpfen und gemeinsam neue Formen der Zusammenarbeit schaffen. Bei den Kommunen bieten insbesondere die zahlreichen Klimaschutzkonzepte Anknüpfungspunkte zur Zusammenarbeit im Bereich nachhaltigen Konsum und Mobilität.

Beispiele: Klimamesse Aglasterhausen, Heidelbergmarkt FairWandeln, Lokale Agenda 21 Augsburg

Weitere Beispiele, Hinweise und Tipps zu verschiedenen Themen finden Sie in den RENN.süd Infoblättern.

Konsum

Unser Konsumverhalten durchzieht alle Bereiche des täglichen Lebens und nicht immer fällt es leicht, bei Kauf und Nutzung von Produkten auf Umweltfreundlichkeit und soziale Aspekte zu achten. Weltweit wird etwa rund die Hälfte der produzierten Lebensmittel weggeworfen. Praktische Hilfestellungen für einen nachhaltigen Konsum gibt es on- und offline in Publikationen und Portalen auf örtlicher, regionaler oder bundesweiter Ebene. Es finden sich immer mehr Ansätze, die sich beispielsweise in den Bereichen Ernährung und Bekleidung für eine nachhaltige Lebensweise stark machen um im Alltag Alternativen zum Massenkonsum zu finden.

Beispiele für Konsumprojekte

  • Konsumführer: Regionallotse bluepingu, Metropolregion Nürnberg, Lifeguide Augsburg, Delta 21
  • Lokale Agenda Karlsruhe: Grüner Markt
  • Kleidertausch
  • Schnippelparty
  • Ernährungsräte
  • Foodsharing
  • Slow Food
  • Konsumkritische Stadtrundgänge

Weitere Beispiele, Hinweise und Tipps zu verschiedenen Themen finden Sie in den RENN.süd Infoblättern.

Ressourcenschonung

Die Berliner Stadtreinigung sammelt pro Jahr 15.000 Tonnen Elektroschrott, Tendenz steigend. Stündlich werden 320.000 Coffee-to-go-Becher weggeworfen, 3 Milliarden pro Jahr. Im Jahr 2012 wurden über 60% der noch funktionierenden Flachbildschirme durch ein neues Gerät ersetzt.

Diesen Entwicklungen stellen sich gemeinschaftliche Projekte und Initiativen entgegen, indem sie Räume der Begegnung schaffen und das Bewusstsein für Möglichkeiten des sozialen und ökologischen Wandels schärfen. Ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement trägt zur Ressourcenschonung bei, bspw. in Reparaturcafés, in denen ehrenamtlich Gegenstände repariert werden. Geht es um Gegenstände, die man nicht durchgehend benötigt, ist das Konzept des „Sharing“, des Tauschens und Teilens gefragt. Hier werden Möglichkeiten aufgezeigt um einen Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten.

Beispiele für Ressourcenschonungsprojekte

  • Reparaturinitiativen
  • Initiativen zur Abfallvermeidung bei Coffee to go
  • Refill-Projekt

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Mobilität

Im Jahr 2015 war der Verkehrssektor für rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich (CO2-Aquivalente). Der motorisierte Individualverkehr dominierte (2015) mit einem Anteil von etwa 76 % und liegt damit eindeutig vor dem nicht-motorisiertem Individualverkehr (Fußgänger-, Rad-, Schienen- und öffentlicher Straßenpersonenverkehr) (Quelle: Umweltbundesamt).

Mobilität ist ein fester Bestandteil unseres alltäglichen Lebens. Egal ob es der Weg zur Arbeit ist, der Besuch bei Freunden, der Einkauf oder die Urlaubsreisen. Immer stellt sich die Frage welches Fortbewegungsmittel man wählt. Um eine nachhaltige Mobilität zu fördern hat es sich RENN.süd zur Aufgabe gemacht ehrenamtliche Initiativen und Vereine, die hier aktiv sind zu vernetzen und gute Ideen und Aktionen zu unterstützen und in die Breite zu tragen.

Beispiele zu Mobilitätsprojekten

ClimateFair (CF): Klimaschutz ist kein„Nice to have“-Thema. Für den Verkehrssektor stehen viele gute Praxisbeispiele zur Umsetzung zur Verfügung. ClimateFair bietet aber über das Übliche hinaus einen Mehrfachnutzen in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der Grundgedanke: Die externen Kosten der eigenen Mobilität übernehmen; denn jede Mobilitätsform trägt ihren „Rucksack“ an externen Folgekosten, die heutzutage vom Verursacher nicht beglichen, sondern auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Weitere Informationen unter: https://climatefair.de/cf/home (Quelle: ClimateFair Broschüre)

Move 21: Das Projekt entstand aus der Wieslocher Agendagruppe „Vekehrsentlastung für Altwiesloch“ und lief von 2008-2010 und wurde aus Mitteln des Landes und der Stadt finanziert. Move steht für „MObilität bewahren – VErkehr sparen“ und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz indem es darum geht, dass alle Fortbewegungsmittel relevant sind und sich gegenseitig ergänzen. Dazu zählen insbesondere die Zusteiger-Mitnahme und die Stärkung von Mitfahrgelegenheiten (flinc) und des Bus- und Radverkehrs. Weitere Informationen finden Sie unter: http://move21.de/

PARK(ing) Day: Der PARK(ing) Day ist ein jährliches Event, dass weltweit immer am dritten Freitag im September stattfindet. Die Bewegung entstand 2005 in San Fransisco. Ziel der PARK(ing) Days ist es öffentlichen Raum, der im Normalfall von Autos belegt ist in temporäre öffentliche Parks und attraktive Lebensräume umzugestalten. In zahlreichen Städten und Kommunen, z.B. in Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe oder Stuttgart wurde der PARK(ing) Day 2017 umgesetzt. Eine Liste der Städte die mitgemacht haben finden Sie hier: http://www.autofrei.de/index.php/aktuelles/274-pd-2017

Freie Lastenrad-Initiativen: Seit 2013 entstehen deutschlandweit immer mehr freie Lastenrad-Initiativen. Mittlerweile sind es bereits 71. Sie stehen für eine nachhaltige Mobilitätswende bei der die Lastenräder den motorisierten Individualverkehr, sprich den eigenen PKW, ersetzen sollen. Freie  Lastenräder sind Gemeingut und daher kostenfrei auszuleihen. Seit 2015 gibt es das Forum Freie Lastenräder, eine Vernetzungsplattform für alle bestehenden Lastenrad-Initiativen aber auch mit Tipps und Informationen (Handbuch) wie engagierte Akteure vor Ort eine freie Lastenrad Initiative vor Ort gründen können. Deutschlandweit gibt es 71 Initiativen. In Baden-Württemberg und Bayern gibt es bereits 18 freie Lastenrad-Initiativen. Eine Liste der Initiativen sowie weiterführende Informationen finden Sie unter: http://dein-lastenrad.de/index.php?title=Willkommen_beim_Forum_Freie_Lastenr%C3%A4der

      Car-Sharing/Mobilität im ländlichen Raum:

o   eFüßle e.V. in Kupferzell-Füßbach: http://efüssle.de/

o   Projekt Spurwechsel, N!-Region fünf G (Verbund von 5 Kommunen) in Kooperation mitMiKaDo e.V. https://denkingen.de/pb/site/Denkingen/get/documents_E-1651081988/denkingen/Denkingen_Objekte/Spurwechsel%20Juni%202017.pdf

o   WeilerMobil in Pfalgrafenweiler; WeilerWärme eG, http://www.weilermobil.de/

o   Carsharing Renningen, Ökostadt Renningen e.V., https://www.carsharing-renningen.de/

o   Mobilitätsperspektiven für Jung und alt im Zweitälerland; http://mobil-im-tal.de/

Buchtipp: „Carsharing selbst organisieren“: www.expertverlag.de/index.php?i=Eisenhardt&m=expert+service&p=service-e

Weitere Beispiele, Hinweise und Tipps zu verschiedenen Themen finden Sie in den RENN.süd Infoblättern.

Beschaffung

Öffentliche Auftraggeber in Deutschland beschaffen nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit jährlich Produkte und Dienstleistungen in einem Umfang von rund 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was 400 Mrd. € entspricht. Etwa die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Bund und Länder, die andere Hälfte auf die Kommunen. Um insbesondere kleinen Gemeinden und anderen Organisationen den Einstieg in eine nachhaltige Beschaffung bietet RENN.süd bei Interesse und auf Anfrage auch gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen regional halbtägige Einstiegsworkshops an. Dort werden Grundlagen, Informationen zu einzelnen Produkten und die praktische Umsetzung vor Ort vermittelt.

Beispiele zum Einstieg in die nachhaltigen Beschaffung:

Fair Trade Towns: Über 100 Kommunen in Baden-Württemberg wurden als „Fairtrade-Towns“ ausgezeichnet. Eines von 5 Kriterien dafür: Bei allen öffentlichen Sitzungen sowie im Büro der (Ober-) Bürgermeister/-innen werden fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt. Das kann jede Gemeinde leicht tun und sich vom nächsten Weltladen beliefern lassen.

Nachhaltige Präsentkörbe für Jubilare und festliche Gelegenheiten: Jede Kommune zeichnet immer wieder verdiente BürgerInnnen aus und beschenkt Jubilare. Präsentkörbe bieten Kommunen eine sehr gute und einfache Möglichkeit, mit gutem Beispiel voranzugehen und durch die Verwendung von nachhaltigen – also fairen, ökologischen oder regionalen -  Produkten auch bei den Empfänger/-innen zu werben. Durch die vielen Anwesenden bei solchen Gelegenheiten und die Presseberichte dazu erreicht man so eine große Öffentlichkeitswirkung. Vorreiter sind hier die Stadt Ravensburg gemeinsam mit dem Projekt „fair-bio-sozial“ oder der Enzkreis mit seinen „Regio-bio-fair-Geschenkkartons“ mit vielen Produkten aus dem Landkreis.

Verwendung von Recyclingpapier: Die Beschaffung von Recyclingpapier ist ein einfaches und gleichzeitig zentrales Beschaffungsgut in der öffentlichen Verwaltung. Diese verbrauchen in Deutschland rund 80.000 Tonnen Papier im Jahr. Die mehrfach als „recyclingpapierfreundlichste Stadt“ ausgezeichnete Stadt Freiburg spart durch die Verwendung von Recyclingpapier jährlich 5,5 Millionen Liter Wasser, 1,1 Millionen Kilowattstunden Strom und über 30 Tonnen Kohlendioxid ein. Der nachhaltige Beschaffungsvorgang durch die Feststellung des Beschaffungsgegenstandes, die Erstellung der Vergabeunterlagen und die Bewertung ist problemlos möglich: Recyclingpapier erfüllt heute die Anforderungen, die an Qualitätspapier gestellt werden und ist in verschiedenen Weißgraden erhältlich. Der Nachweis erfolgt durch das Umweltzeichen Blauer Engel für Recyclingpapier.

Weitere Publikationen zur Beschaffung finden Sie unter: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/nachhaltigkeit/publikationen.

Weitere Beispiele, Hinweise und Tipps zu verschiedenen Themen finden Sie in den RENN.süd Infoblättern.

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