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Die Agenda 2030 und ihre 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs)

Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben im September 2015 die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung unterzeichnet. Kernstück der Agenda sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“, kurz SDGs). Bis 2030 sollen Hunger und extreme Armut in all ihren Formen endgültig beseitigt, Geschlechtergerechtigkeit hergestellt oder sauberes Wasser für alle Menschen rund um den Globus zugänglich sein. Andere Ziele setzen beispielsweise auf die Reduktion des CO2-Ausstoßes oder die Verringerung von Lebensmittelverlusten und machen dadurch konkret, was es heißt, Konsummuster zu ändern. Daneben stellen die SDGs auf globale Gemeinschaftsgüter, wie etwa den Schutz der Ozeane, ab. Ausdrücklich fordert die Agenda 2030 die Staatengemeinschaft dazu auf, die Schwächsten und Verwundbarsten in den Mittelpunkt zu stellen und niemanden zurückzulassen ("leave no one behind").

Die SDGs markieren eine wichtige Zäsur, da sie (1) das Nebeneinander der beiden Perspektiven „Umwelt und Entwicklung“ überwinden und (2) alle Länder der Erde gleichermaßen verpflichten – trotz aller Unterschiede, die aus Geschichte und Gegenwart, Wirtschaftskraft, Technologien, Politik und Potenzialen resultieren. Die 17 Ziele enthalten unterschiedlich viele Unterziele (insg. 169) sowie Indikatoren zur Messbarmachung der Umsetzung. Handlungsleitend für die Umsetzung sollen die in der Präambel genannten fünf Prinzipien wirken: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft.

Die Staats- und Regierungschefs haben 2015 ausdrücklich beschlossen, die Ziele national zu adaptieren und umzusetzen. Der Grundsatz „Global denken, lokal handeln“ muss mit den SDGs neu gedacht werden. Nationale Nachhaltigkeitsstrategien und ähnliche Instrumente sind dafür das zentrale Instrument. Den Umsetzungsprozess kann eine Regierung jedoch nicht allein bewältigen: Alle Ressorts und auch die politisch Verantwortlichen der subnationalen Ebene müssen an einem Strang ziehen. So spielen Länderstrategien und Lösungsansätze auf kommunaler Ebene ebenso eine wichtige Rolle. Jeder Staat ist zudem gefordert, auch jenseits der Politik, den umfassenden und verantwortlichen Dialog aller Beteiligten zu ermöglichen. Dazu zählen ganz wesentlich  Akteure der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und Wissenschaft.

Mit der Agenda 2030 vereinbarten die Staaten auch einen Monitoring Prozess und einen Mechanismus, mit dem Staaten über ihre Zielerreichung Rechenschaft ablegen müssen. Ein Jahr nach Verabschiedung nahm das Hochrangige Politische Forum zu nachhaltiger Entwicklung (HLPF) seine Arbeit zur Überprüfung der Umsetzung der SDGs erstmals auf. Deutschland war einer der ersten 22 Staaten, die einen Bericht über die Schritte ihrer Regierung zur Umsetzung der Agenda vorlegten. Review und Monitoring spielen auch deshalb eine bedeutende Rolle, da der UN-Beschluss die Mitgliedstaaten zwar politisch und moralisch verpflichtet, sie aber nicht mit den Mitteln des Völkerrechts an die Umsetzung der Ziele bindet.
 

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

© Bundesregierung/Stutterheim

Im Januar 2017 verabschiedete das Kabinett die aktuelle Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Dem Beschluss vorausgegangen war ein breiter öffentlicher Beteiligungsprozess, erstmals mit regionalen Konferenzen, der Möglichkeit zur Abgabe von Stellungnahmen über das Internet sowie einer Konsultationsveranstaltung im Bundeskanzleramt. 

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich an den 2015 beschlossenen Sustainable Development Goals (SDGs) und integriert diese in das nationale Zielsystem. Mit der Neuauflage begegnet die Bundesregierung nicht nur den noch ungelösten Aufgaben einer nachhaltigen Entwicklung, sondern stellt sich auch vermehrt ihrer internationalen Verantwortung. Neben Maßnahmen mit Wirkung in Deutschland geht es um solche durch Deutschland mit globaler Wirkung. Hinzu kommt die Unterstützung anderer Länder in Form bilateraler internationaler Zusammenarbeit (Maßnahmen mit Deutschland). Inhaltlich ist die Neuauflage daher breiter aufgestellt als ihre Vorgänger: Neben „klassischen“ Themen wie dem Klima- und Biodiversitätsschutz, Ressourceneffizienz oder Mobilität, geht es auch um Fragen der Armutsbekämpfung, der Verteilungsgerechtigkeit oder Korruptionsbekämpfung. 13 Themenbereiche und 30 Indikatoren wurden neu in die Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen. Die Ziele bilden die Grundlage für das Monitoring zur Umsetzung der Strategie. Bereits seit 2004 legt die Bundesregierung alle vier Jahre einen Fortschrittsbericht für die Überprüfung der Strategie vor. Seit 2006 dokumentiert das Statistische Bundesamt alle zwei Jahre im Auftrag der Bundesregierung, wie es um die nachhaltige Entwicklung in Deutschland bestellt ist.

Neben den Zielen und Indikatoren enthält die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auch Regelungen Festlegungen zur institutionellen Ausgestaltung. Als zentrales Steuerungsorgan dient der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung. Als hochrangigstes Regierungsgremium für Nachhaltigkeit ist es seine Aufgabe darauf zu achten, dass die Strategie in allen Ressorts berücksichtigt  und umgesetzt wird. Der Staatssekretärsausschuss steht unter der Leitung des Chefs des Bundeskanzleramts. Seit 2004 ist Nachhaltigkeit auch im Deutschen Bundestag verankert. Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung (PBnE) begleitet die nationale und europäische Nachhaltigkeitsstrategie und prüft Gesetze auf ihre Nachhaltigkeitsfolgen.

Von Beginn an trägt der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zur Weiterentwicklung der Strategie bei. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Auch das RENN-Netzwerk wird von der Geschäftstelle des RNE aus bundesweit koordiniert. In den Jahren 2009, 2013 und zuletzt 2018 nahmen außerdem internationale Experten im Rahmen eines vom RNE betreuten Peer Review eine Bestandsaufnahme erzielter Fortschritte in der Nachhaltigkeitspolitik vor und leiten daraus unter Bezugnahme auf neue Herausforderungen zentrale Empfehlungen ab. Alles zum internationalen Peer Review 2018 finden Sie hier.

Mit der Aktualisierung der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2018 wurde diese nicht nur konkretisiert, sondern auch inhaltlich erweitert. So möchte die Bundesregierung künftig mehr im Bereich guter Regierungsführung tun oder den Ausbau des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent der Anbaufläche bis 2030 erreichen. Und bis 2025 sollen die privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mindestens 3,5 Prozent des Brutto-Inlandproduktes steigen. Außerdem gibt es zwei neue Indikatoren für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei der öffentlichen Beschaffung: Der Anteil des Papiers mit Blauem Engel am Gesamtpapierverbrauch der unmittelbaren Bundesverwaltung soll bis 2020 95 Prozent erreichen. Die -Emissionen von handelsüblichen Kraftfahrzeugen der öffentlichen Hand sollen signifikant gesenkt werden. Ebenso enthält die Strategie jetzt, dem Empfehlungen des RNE folgend, neu formulierte Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung. Sie ersetzen damit die bisherigen Managementregeln.

Eine vollständige Weiterentwicklung der Strategie ist für 2020 vorgesehen. Bundesweite Beteiligungsprozesse starten im Herbst 2019.

Weiterführende Links

Seite der Bundesregierung
Seite des Bundestages
Seite des Rates für Nachhaltige Entwicklung 

Die Nachhaltigkeitsstrategien der Länder

In der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie spielen die Länder eine wichtige Rolle. Über den sogenannten Bund-Länder-Erfahrungsaustausch zu nachhaltiger Entwicklung tauschen sich Bund und Länder unter Vorsitz des Bundeskanzleramtes und des Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz regelmäßig über aktuelle Themen nachhaltiger Entwicklung aus. Durch die föderale Struktur ist die Umsetzung wichtiger Ziele, z.B. zum Flächenverbrauch, Abfallbeseitigung oder zur Bildung, Sache der Bundesländer. Wie sie diese umsetzen, bleibt den Zuständigen vor Ort überlassen. Die Mehrzahl der Länder greift dabei auf eine übergeordnete Nachhaltigkeitsstrategie zurück.

 

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat erstmals im Jahr 2007 eine Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Die Landesregierung hat diese 2011 neu ausgerichtet. Zu den Neuerungen gehören Nachhaltigkeitsberichte der Ministerien und „Statusindikatoren einer nachhaltigen Entwicklung in Baden-Württemberg“, die regelmäßig fortgeschrieben und veröffentlicht werden, zuletzt im „Indikatorenbericht 2016“. Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind in die bestehenden Nachhaltigkeitsziele integriert. Dort wo das Ambitionsniveau über die SDGs hinausging, wurden diese höheren Anforderungen beibehalten. Die Umsetzung der Nachhaltigkeit erfolgt gemeinsam mit wichtigen Gruppen durch die „Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit“, die „Jugendinitiative Nachhaltigkeit“ und die „Kommunale Initiative Nachhaltigkeit“.  Federführendes Ressort ist das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, wo die „Geschäftsstelle Nachhaltigkeitsstrategie“ angesiedelt ist.  Das Land hat zudem einen Beirat für nachhaltige Entwicklung geschaffen; er ist das Beratungsgremium der Landesregierung zu allen Fragen nachhaltiger Entwicklung im Land und spricht Empfehlungen aus. Dem Beirat gehören Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft an.

http://www.nachhaltigkeitsstrategie.de/startseite.html

Bayern

Die Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie wurde erstmals 2013 von allen Ressorts gemeinsam erarbeitet. Sie gibt einen Überblick und konkretisiert beispielhaft die Schwerpunkte des langfristig angelegten politischen Handelns der Staatsregierung. Globale Entwicklungen und Krisen in anderen Teilen der Welt haben unmittelbare Auswirkungen auch auf Bayern. Die Fortschreibung der Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie von 2017 nimmt daher auch Impulse aus den Internationalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals - SDGs) auf und verdeutlicht die Beiträge der Staatsregierung zu deren Umsetzung in Bayern. Als Themenschwerpunkt neu aufgenommen wurde die entwicklungspolitisch motivierte Zusammenarbeit Bayerns mit anderen Ländern. Weitere Informationen unter

www.nachhaltigkeit.bayern.de.

Brandenburg

Die Landesnachhaltigkeitsstrategie Brandenburg wurde 2014 von der Landesregierung beschlossen. Vorangegangen war ein breiter öffentlicher Dialog. Fünf Handlungsfelder sind als Schwerpunkte definiert: Wirtschaft und Arbeit in der Hauptstadtregion, Lebenswerte Dörfer und Städte, Brandenburg als Modellregion für Energiewende und Klimaanpassung, Zukunftsfähige Finanzpolitik sowie Bildung und nachhaltige Entwicklung. Im vierten Quartal 2017 soll die Landesregierung dem zuständigen Landtagsausschuss einen Fortschrittsbericht zur Umsetzung sowie Eckpunkte einer Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen. Angesichts der neuen Rahmenbedingungen (hier vor allem der Agenda 2030) wird derzeit geprüft, ob und welche neuen Ziele für die Fortschreibung abzuleiten sind. Federführendes Ressort ist das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft.

mluk.brandenburg.de/mluk/de/ueber-uns/agrar-und-umweltpolitik/nachhaltigkeit

Hessen

Ausgehend von der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie hat die hessische Landesregierung im Jahr 2008 die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen ins Leben gerufen. Sie dient als Plattform für Akteure aus Gesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, die gemeinsam an neuen Lösungen und innovativen Ideen für ein nachhaltiges Hessen arbeiten. 2008 wurden für neun Themenfelder Ziele und Indikatoren festgelegt und die ersten Projekte auf den Weg gebracht. 2018 wurde ein neues Indikatoren-Set entwickelt und verabschiedet. Viele Projekte der Nachhaltigkeitsstrategie sind erfolgreich abgeschlossen worden und haben die nachhaltige Entwicklung Hessens aktiv vorangetrieben.
Seit 2019 bildet das Hessische Bündnis für Nachhaltigkeit (HBN) das zentrale Entscheidungsgremium der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen. Steuerungskreise gestalten die von der Konferenz beschlossenen Schwerpunktthemen konkret und unterstützen die angestoßenen Maßnahmen und Aktivitäten bei der Umsetzung. Der gesamte Prozess wird von der Geschäftsstelle Nachhaltigkeitsstrategie koordiniert und begleitet. Sie ist im Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz angesiedelt.

www.hessen-nachhaltig.de/de/nachhaltigkeitsstrategie.html

Niedersachsen

Niedersachsen war eines der beiden ersten Länder bundesweit, welches mit der „Umsetzung der Agenda 21 in Niedersachsen“, (Landtagsdrucksache 13/3679) in den 1990er Jahren Nachhaltigkeit zum Thema der Landespolitik gemacht hat. Eine erste umfassende, politikfeldübergreifende Nachhaltigkeitsstrategie hatte die Niedersächsische Landesregierung danach im Jahr 2008 vorgelegt.
Die in 2016 von der Landesregierung überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie richtet sich thematisch an den aktuellen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung Niedersachsens aus, sie nennt Schwerpunkte und Ziele. Nach dem Beschluss des Kabinetts vom November 2016 wurden alle interessierten gesellschaftlichen Gruppen in einen zweimonatigen öffentlichen Prozess eingebunden. Die endgültige Beschlussfassung durch das Kabinett erfolgte im Mai 2017.

www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/nachhaltigkeit

Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung hat im Juni 2016 die erste Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen beschlossen. Die Strategie wurde in einem zweijährigen Konsultationsprozess erarbeitet, begleitet von zahlreichen Akteur*innen aus Kommunen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Strategie enthält 19 Handlungsfelder, die sich an den globalen Nachhaltigkeitszielen orientieren. NRW war damit das erste Bundesland, das ein alle SDGs umfassendes Ziel- und Indikatorensystem festgelegt hat. Innerhalb dieses Rahmens wurden sieben ressortübergreifende Schwerpunktfelder identifiziert: Klimaschutzplan; Umweltwirtschaftsstrategie; Biodiversitätsstrategie; Nachhaltige Finanzpolitik; Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung sowie Nahmobilität; Demografischer Wandel und altengerechte Quartiere sowie die Landesinitiative „NRW hält zusammen… für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“. Alle zwei Jahre soll ein Indikatorenbericht vorgelegt werden. Ein erster Indikatorenbericht wurde bereits 2016 mit der Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht.
Am 19. März 2018 hat die Landesregierung beschlossen, die NRW-Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln, um u.a. das Ineinandergreifen mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu verbessern und NRW-spezifische Themen stärker zu adressieren. Ein entsprechender Entwurf befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung.

www.nachhaltigkeit.nrw.de/themen/nachhaltigkeitsstrategie-fuer-nordrhein-westfalen/

Rheinland-Pfalz

Die Nachhaltigkeitsstrategie "Perspektiven für Rheinland-Pfalz" geht zurück auf einen  Landtagsbeschluss von 1999 und wurde das letzte Mal 2015 fortgeschrieben. Mit der Fortschreibung wurden erstmals auch konkrete Nachhaltigkeitsziele für Rheinland-Pfalz eingeführt. Wichtige Themen sind unter anderem die Reduktion der Treibhausemissionen, die Steigerung der Ressourceneffizienz sowie der Ausbau des ökologischen Landbaus. Der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Federführendes Ressort ist das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Nachhaltigkeit.

https://mwvlw.rlp.de/de/themen/wirtschafts-und-innovationspolitik/nachhaltigkeit/

Saarland

Schon im Jahr 2003 verabschiedete die damalige saarländische Landesregierung die sog. Saarland-Agenda 21. Sie basierte auf den Grundlagen der Umweltkonferenz von Rio 1992 und der Lokalen Agenda Bewegung. Im Jahr 2013 wurde eine saarlandweite  Informations- und Sensibilisierungskampagne unter Federführung des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz durchgeführt. Als Fernziel wurde bereits eine Nachhaltigkeitsstrategie für das Saarland ins Auge gefasst. Im Dezember 2016 war es dann soweit: Die Landesregierung hat die saarländische Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Namen „Gemeinsam Verantwortung tragen – für heute und morgen“ verabschiedet und im Januar 2017 als Regierungserklärung dem Landtag vorgestellt.
Die Fortschreibung der saarländischen Nachhaltigkeitsstrategie ist am 30. März 2020 mit einem online-Workshop gestartet. Sie soll ein großer gesellschaftlicher Beteiligungsprozess werden, den möglichst viele saarländische Akteur*innen und Institutionen mitgestalten. RENN.west begleitet diesen Prozess intensiv und ist mit Michael Matern vom Umwelt-Campus Birkenfeld im Expertenteam Nachhaltigkeit der Landesregierung vertreten.

www.saarland.de/SID-A728E076-04213B91/nachhaltigkeitsstrategie.htm

Sachsen

Für die Sächsische Staatsregierung ist Nachhaltigkeit ein Leitprinzip der Politik und grundlegendes Ziel des Regierungshandelns. In seiner Sitzung am 27. November 2018 hat das Kabinett die „Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen 2018“ beschlossen. Sie stellt eine Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2013 dar und berücksichtigt gleichermaßen die ökonomische, ökologische und soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung. Die Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt einen fachübergreifenden, integrativen Ansatz und berücksichtigt die Themenfelder Bildung und Wissenschaft, Öffentliche Finanzen, Energie und Klima, Natürliche Lebensgrundlagen und Ressourcenschutz, Städte und Ländlicher Raum, Wirtschaft, Innovation, Fachkräfte, Gesundheit und Lebensqualität, Kulturelle Vielfalt, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit, Internationale Beziehungen und Entwicklungszusammenarbeit. Neben einer umfassenden Aktualisierung sind die Berücksichtigung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030) und die Ausrichtung auf einen Zielhorizont bis zum Jahr 2030 wichtige Anliegen der neuen Strategie.
Die Koordinierung liegt beim Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

www.nachhaltigkeit.sachsen.de

Sachsen-Anhalt

2011 „Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft - Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt“ erster Bericht über Stand, Ziele, Maßnahmen. 2014 erster „Indikatorenbericht zur nachhaltigen Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt“. Die Nachhaltigkeitsstrategie 2018 des Landes Sachsen-Anhalt mit inkludiertem Indikatorenbericht erhielt eine Ausrichtung an der Agenda 2030 und damit an den 17 SDGs mit Zielstellungen des Landes bis 2030. Ferner sind alle in die Zukunft gerichteten Strategiepapiere des Landes Bestandteil der Strategie. Sie beschreibt Maßnahmen zur Zielerreichung. Der Indikatorenbericht 2019 umfasst 29 Indikatoren, die den SDGs zugeordnet sind; die Daten werden permanent fortgeschrieben. Der Indikatorenbericht ist alle vier Jahre nach Kabinettsbefassung dem Landtag vorzulegen. Schwerpunkt ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Schlüsselfaktor für die Umsetzung der Strategie. Die Handlungsfelder sind: Finanzpolitik, Demografischer Wandel, Gesundheit, Verringerung der Armut und soziale Absicherung, Wirtschaft, Entwicklung des Arbeitsmarktes, Entwicklung des ländlichen Raumes, Digitalisierung, Umweltallianz Klima und Energie, Bildung und Wissenschaft, Entwicklungspolitische Leitlinien, Bildung für nachhaltige Entwicklung,
Federführendes Ressort ist das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE), Referat 35b.

https://mule.sachsen-anhalt.de/umwelt/nachhaltigkeit/

Schleswig-Holstein

Im März 2016 hat sich die Landesregierung per Kabinettsbeschluss darauf verständigt, die Agenda 2030 in der Landespolitik zu implementieren und die Fachstrategien des Landes entlang der globalen Nachhaltigkeitsziele auszurichten. Federführendes Ressort ist das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung zusammen mit der Staatskanzlei.
Der 2020 veröffentlichte Sachstandsbericht zum Thema Nachhaltigkeit ist an die 17 SDGs angelehnt und identifiziert 8 Handlungsfelder als Schwerpunkte für Schleswig-Holstein: Good Governance und gesellschaftliche Teilhabe, Gesundes Leben, Bildung, Soziale Gerechtigkeit, Infrastruktur und Klimaschutz, Nachhaltiges Wirtschaften und Ressourcenschutz, der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage sowie Globale Verantwortung. Ein Katalog von 75 Indikatoren soll die Entwicklung in 5-Jahres-Abständen messen und bewerten, um Handlungsbedarf festzustellen und Maßnahmen abzuleiten. Den Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie bilden 24 strategische Leitlinien, die aus den Handlungsfeldern abgeleitet wurden. Sie dienen der Orientierung für zukünftige Vorhaben und sind notwendig, um den Bericht mit dem 2018 beschlossenen Nachhaltigkeitsmanagementsystem zu ergänzen, welches für eine strukturelle Verankerung der Ziele auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung sorgen soll.

www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/N/nachhaltigeentwicklung/nachhaltigkeitsstrategie.html

Thüringen

Die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie 2018 (TNS) wurde vom Kabinett am 07. August 2018 verabschiedet. Zentrales Ziel war die Integration der 17 internationalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 sowie die Anknüpfung an die in der ersten Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie (2011) beschlossenen Ziele. Die TNS gliedert sich in fünf Schwerpunktfelder: Bildung und lebenslanges Lernen, Klima, Energie und nachhaltige Mobilität, Nachhaltiger Konsum und nachhaltiges Wirtschaften, Schutz der biologischen Vielfalt und Reduzierung von Ungleichheiten. Der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen sowie weitere gesellschaftliche Gruppen wurden bei der Fortschreibung einbezogen (u. a. Diskussion auf dem Thüringer Nachhaltigkeitsforum im Juni 2017 sowie auf einer Online-Plattform von November 2017 – Januar 2018). Die TNS soll einmal pro Legislaturperiode fortgeschrieben werden. Der Indikatorensatz wurde von 27 auf 33 Indikatoren erweitert. Ergänzend zur Strategie haben alle Thüringer Ministerien bereits im Frühjahr 2018 eigene Nachhaltigkeitspläne aufgestellt, die konkrete Ziele und Maßnahmen in den eigenen Verantwortungsbereichen benennen. Darüber hinaus werden Indikatoren und Termine zum Monitoring benannt.
Federführendes Ressort ist das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Referat 41 "Umweltpolitik und Fachministerkonferenzen".

www.thueringen.de/th8/tmuen/nachhaltige_entwicklung/index.aspx

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