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Die Agenda 2030 und ihre 17 Nachhaltigkeitsziele

Die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung wurde am 25. September 2015 auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen von 193 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt unterzeichnet. Kernstück der Agenda sind ihre 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (englisch: Sustainable Development Goals, kurz SDGs). Bis 2030 sollen unter anderem Hunger und Armut beendet, Ungleichheiten bekämpft, Wohlstand für alle gefördert, Lebensweisen weltweit nachhaltig gestaltet, ökologische Grenzen der Erde respektiert, Menschenrechte geschützt und globale Partnerschaften aufgebaut werden. Die Agenda 2030 ist somit ein Weltzukunftsvertrag.

© World Future Council

Die Agenda 2030 markiert auch wichtige Perspektivenwechsel. Sie verbindet ökonomische, ökologische und soziale Entwicklungsaspekte miteinander, verpflichtet alle Länder der Erde gleichermaßen und unterstreicht die gemeinsame Verantwortung aller Akteur*innen: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und jedes einzelnen Menschen.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele enthalten unterschiedlich viele Unterziele, insgesamt 169. Handlungsleitend für die Umsetzung sollen die in der Präambel genannten fünf Prinzipien sein: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft (englisch: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership – „5 Ps“). Sie sollen auch die Zusammenhänge zwischen den Zielen verdeutlichen.

© Auswärtiges Amt

Bei Unterzeichnung wurde beschlossen, dass Adaption und Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auf nationaler Ebene stattfinden. Eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie ist dafür in Deutschland und vielen anderen Staaten das zentrale Instrument. Den Umsetzungsprozess kann eine Regierung jedoch nicht allein bewältigen: auch die politisch Verantwortlichen der subnationalen Ebene müssen am selben Strang ziehen. So spielen in Deutschland Länderstrategien und Lösungsansätze auf kommunaler Ebene eine wichtige Rolle. Jeder Staat ist zudem gefordert, den umfassenden und verantwortlichen Dialog aller Akteur*innen zu ermöglichen.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

© Bundesregierung

Deutschland hat zugesagt, die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im eigenen Land umzusetzen und auch andere Länder dabei zu unterstützen. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung bildet für dieses Vorhaben die Grundlage. Erstmals beschlossen wurde eine Nachhaltigkeitsstrategie in Deutschland im Jahr 2002. Nachdem die Weltgemeinschaft 2015 die Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Zielen verabschiedet hat, wurde auch die deutsche Strategie darauf ausgerichtet. Für jedes SDG werden konkrete Ziele und Indikatoren, die die Umsetzung monitoren, genannt.

Nachhaltige Entwicklung ist eine fortwährende Aufgabe. Daher wird die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie alle vier Jahre von der Bundesregierung überarbeitet, zuletzt im März 2021. Dieses Mal wurde die Strategie grundlegend generalüberholt, indem erstmals sechs Transformationsbereiche ausgewiesen worden sind, die mehrere Nachhaltigkeitsziele gleichzeitig betreffen: 

© Bundesregierung

1.    Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit
2.    Energiewende und Klimaschutz
3.    Kreislaufwirtschaft
4.    Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende
5.    Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme
6.    Eine schadstofffreie Umwelt

Damit werden Bereiche ausgewiesen, die zentrale globale Herausforderungen gemeinsam umfassen und eines kohärenten politischen Vorgehens bedürfen. 

Eine Neuerung in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind auch die sogenannten Off-track-Indikatoren, die aufzeigen, wo die Ziele bis 2030 voraussichtlich nicht erreicht werden. 

Seit der ersten Veröffentlichung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in 2002 trägt der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zur Weiterentwicklung der Strategie bei. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Auch das RENN-Netzwerk wird von der Geschäftsstelle des RNE aus bundesweit koordiniert.

Mit der Neuauflage 2016 kamen wichtige Dialogformate hinzu, die den bundesweiten Austausch und die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteur*innen fördern und die Umsetzung der Strategie voranbringen sollen. Dazu gehört z.B. das Forum Nachhaltigkeit, das dem Austausch der Bundesregierung mit zentralen gesellschaftlichen Akteur*innen dient oder die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030, die darauf abzielt Stimme der Wissenschaft in der Nachhaltigkeitspolitik zu stärken und Impulse für die Umsetzung der Agenda 2030 zu geben.

Die Nachhaltigkeitsstrategien der Länder

In der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie spielen die Länder eine wichtige Rolle. Über den sogenannten Bund-Länder-Erfahrungsaustausch zu nachhaltiger Entwicklung tauschen sich Bund und Länder unter Vorsitz des Bundeskanzleramtes und des Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz regelmäßig über aktuelle Themen nachhaltiger Entwicklung aus. Durch die föderale Struktur ist die Umsetzung wichtiger Ziele, wie z.B. zur Bildung, Sache der Länder. Wie sie diese umsetzen bleibt den Zuständigen vor Ort überlassen. Die Mehrzahl der Länder greift dabei auf eine übergeordnete Nachhaltigkeitsstrategie zurück.

Einen wichtigen Meilenstein in der Bund-Länder-Zusammenarbeit stellt die im Juni 2019 veröffentlichte Bund-Länder-Erklärung „Gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung – in Verantwortung für eine gute Zukunft in Deutschland, Europa und der Welt“ dar. In ihr wurde festgelegt, dass der Kompass für das politische Handeln in Bund und Ländern die Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung sind, so wie sie in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie enthalten sind.

 

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat sich vorgenommen, „Nachhaltigkeit als Markenzeichen“ des Landes zu etablieren. Die Landesregierung hat dazu schon 2007 eine Nachhaltigkeitsstrategie ins Leben gerufen, genannt: „N!-Strategie“. Sie ist eine Plattform für Land, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft und wird regelmäßig weiterentwickelt. Stand und Fortschritte werden in einem Nachhaltigkeitsbericht aller Ressorts und alle zwei Jahre in einem Indikatorenbericht veröffentlicht. Seit 2019 orientiert sich letzterer an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen.

  • Derzeitige Schwerpunkte sind Klima und Energie, nachhaltiger Konsum, Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Produktion.
  • Zielgruppenspezifische Initiativen unterstützen die nachhaltige Entwicklung in Kommunen und Wirtschaft und binden die Jugend mit ein.
  • Stakeholderdialoge zu den Themen „Nachhaltig Gut Leben“ und „Nachhaltige Digitalisierung“ dienen einer breiten Meinungsbildung zu aktuellen Themen
  • Arbeitsgruppen des Nachhaltigkeitsbeirats initiieren Projekte, erarbeiten Empfehlungen und Stellungnahmen.
  • Federführend: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit der Geschäftsstelle Nachhaltigkeitsstrategie.

Bayern

Die aktuelle Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie wurde im Oktober 2017 verabschiedet. Sie versteht sich nicht als abschließendes Programm, sondern als Grundlage für einen dauerhaften gesellschaftlichen und politischen Prozess. Die Strategie wird daher laufend weiterentwickelt. In die Fortschreibung werden unter anderem auch die Ergebnisse des 2018 durchgeführten Bürgergutachtens „2030. BAYERN, DEINE ZUKUNFT“ einfließen.

  • Bayerns Strategie hat 11 Ziele, die mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen aus der UN-Agenda 2030 korrespondieren und zu deren Umsetzung beitragen.
  • Die Schwerpunkte sind Klimawandel, zukunftsfähige Energie, natürliche Ressourcen, nachhaltige Mobilität, sozialer Zusammenhalt, Bildung und Forschung, nachhaltige Wirtschaft und Konsum, Ernährung, Gesundheit, Pflege, Staat und Verwaltung, nachhaltige Finanzpolitik sowie globale Verantwortung und Vernetzung.
  • Federführend ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Berlin

Das Land Berlin hat aktuell noch keine Nachhaltigkeitsstrategie.

Brandenburg

Die Brandenburger Landesregierung hat bereits 2014 – nach Beteiligung der Öffentlichkeit – die Nachhaltigkeitsstrategie „natürlich.nachhalig.Brandenburg“ beschlossen. 2019 hat sie diese dann fortgeschrieben, konkretisiert, aktualisiert – und an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet.

Die Ziele gelten für die Landesregierung, aber auch für Kommunen, Organisationen, Verbände, jede*n Einzelne*n.

  • Brandenburgs Strategie hat 17 Ziele und 33 Unterziele, die alle Gesellschaftsfragen berühren: Armutsbekämpfung, Ernährung, Gesundheit, Bildung, Gleichberechtigung, Umwelt- und Klimaschutz, menschenwürdige Arbeit, Frieden sowie Gerechtigkeit. Zu den Zielen gehören Indikatoren. Mit ihnen wird deutlich, wo das Land Brandenburg steht und wohin es gelangen will.
  • Die Schwerpunkte sind dabei Wirtschaft und Arbeit in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, lebenswerte Dörfer und Städte, Brandenburg als Modellregion für Energiewende und Klimaanpassung, zukunftsfähige Finanzpolitik, Bildung und nachhaltige Entwicklung.
  • Federführend für die Nachhaltigkeitsstrategie und den Nachhaltigkeitsbeirat ist die Staatskanzlei des Landes Brandenburg, hier das Referat Regierungsplanung, Koordinierung Hauptstadtregion und Regionalentwicklung. Die Federführung für allgemeine Fragen der Nachhaltigen Entwicklung hat das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, hier das Referat Klimaschutz, Nachhaltigkeit.

Bremen

Der Stadtstaat Bremen hat aktuell noch keine Nachhaltigkeitsstrategie.

Hamburg

Der Hamburger Senat hat 2017 mit der Drucksache „Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Hamburg“ einen Fahrplan beschlossen. Zum einen beinhaltet er eine Bestandsaufnahme: Wo stimmt die Senatspolitik schon mit den Zielsetzungen der Agenda 2030 überein. Zum anderen werden Schwerpunkte benannt und wie an ihnen weitergearbeitet werden soll.

  • Die Schwerpunkte sind Umwelt und Stadt, nachhaltige Wirtschafts- und Finanzpolitik, Teilhabe und sozialer Zusammenhalt, Bildung und Wissenschaft.
  • Einzelne Projekte: In Oberbillwerder, im Hamburger Osten, soll zum Beispiel gezeigt werden, wie integrierte Stadtentwicklung funktioniert. Und: Hamburg kauft immer grüner ein. Die Einkäufer*innen der Stadt berücksichtigen bei der Auswahl von Dienstleistungen oder Produkten Nachhaltigkeit. So dürfen etwa Einweggeschirr oder chlorhaltige Putzmittel nicht eingesetzt werden. Auch Veranstaltungen auf städtischen Flächen werden nachhaltig. Neben ambitionierten Klimaschutzzielen für die gesamte Stadt strebt Hamburg für die eigene Landesverwaltung bis 2030 Klimaneutralität an.
  • Federführend: Ein behördenübergreifender Arbeitskreis SDG fungiert als Koordinationsgremium, in dem alle Fachbehörden vertreten sind. Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH), ein Bündnis aus mehr als zwanzig zivilgesellschaftlichen Organisationen, begleitet den Nachhaltigkeitsprozess.

Hessen

2018 feierte die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen ihr zehnjähriges Jubiläum – Anlass für die Hessische Landesregierung, ihre bisherige Arbeit von externen Nachhaltigkeitsexpert*innen in einem Peer Review analysieren und Empfehlungen für die zukünftige Ausrichtung erarbeiten zu lassen.

  • Hessens Strategie hat 13 Ziele, die sich auf die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beziehen. Wie gut Hessen bei der nachhaltigen Entwicklung vorankommt, wird regelmäßig anhand von festgelegten Indikatoren überprüft.
  • Die Schwerpunkte sind Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Biologische Vielfalt, Klimaschutz und Klimawandelanpassung, Nachhaltige Lebensstile, Nachhaltiger Konsum sowie den Begriff Nachhaltigkeit für die Bürger*innen verständlich und im Alltag greifbar zu machen.
  • Federführend ist die Geschäftsstelle Nachhaltigkeitsstrategie, angesiedelt im Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet seine Zukunftsstrategie auf Basis der 17 globalen UN-Nachhaltigkeitsziele. Im Frühjahr 2021 hat der Zukunftsrat, ein ehrenamtliches Gremium aus 49 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Handlungsempfehlungen mit dem Titel: „Unsere Zukunft ist jetzt – Für ein nachhaltiges, digitales und gemeinwohlorientiertes MV“ vorgelegt. Auch Ideen der Online-Bürgerbeteiligung „MV 2030 mitdenken“ sind eingeflossen. Die Landesregierung, der Landtag und die Zivilgesellschaft – sie alle arbeiten nun gemeinsam an Schritt en zur Umsetzung.

  • Der Zukunftsrat empfiehlt 3 Weichenstellungen: Nachhaltigkeit zum verpflichtenden Kriterium politischen und institutionellen Handelns machen, Ausbau digitaler Infrastruktur und digitaler Teilhabe forcieren, Gemeinwohlorientierung zum leitenden Prinzip der Daseinsvorsorge machen.
  • Handlungsfelder sind unter anderem: Ausbau erneuerbarer Energien, Umsetzung nachhaltiger Landnutzungsformen in Land-, Forst-, Energie- und Tourismuswirtschaft, Stabilisierung des Landschaftswasserhaushaltes, Weiterentwicklung ressortübergreifender Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Etablierung einer klimaneutralen Landesverwaltung.
  • Federführend: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern.

Niedersachsen

Niedersachsen hat bereits in den 1990er Jahren Nachhaltigkeit zum Thema der Landespolitik gemacht. Die erste Nachhaltigkeitsstrategie „Umweltgerechter Wohlstand für Generationen“ kam 2008. 2017 wurde sie erneuert, die Landesregierung beschloss die „Nachhaltigkeitsstrategie für Niedersachsen“. Diese orientiert sich an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen und macht 26 Handlungsfelder mit 60 Indikatoren aus. 2020 sind erstmals die Fortschritt e bewertet und in einem Bericht veröffentlicht worden. Parallel wurde der Prozess der gesellschaftlichen Öffnung der Landesstrategie in Richtung Kommunen und Wirtschaft eingeleitet.

  • Niedersachsens Strategie setzt drei Schwerpunkte: „Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“, „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“, „Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“. Ihnen sind jeweils acht bis zehn konkrete Handlungsfelder zugeordnet.
  • Die Handlungsfelder sind zum Beispiel: nachhaltige Finanzpolitik, Fachkräftesicherung, Sicherung des sozialen Zusammenhalts, Integration von Migrantinnen und Migranten, nachhaltige Städtebau- und Wohnungspolitik, nachhaltige Landwirtschaft, Ressourcenschonung, nachhaltige Energieversorgung.
  • Federführend ist das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz.

Nordrhein-Westfalen

2016 hat die Landesregierung eine Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen beschlossen, die im Dialog mit Kommunen, Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entstanden ist. Sie verpflichtete sich damit als erstes Bundesland, die globalen Nachhaltigkeitsziele des New Yorker UN-Gipfels vom September 2015 umzusetzen. Ein wichtiges Instrument dabei: die Nachhaltigkeitsprüfung für Gesetze und Verordnungen, die sich an den Zielen dieser Strategie orientiert. 2020 verabschiedete die Landesregierung eine Weiterentwicklung der Strategie, Titel: „Die globalen Nachhaltigkeitsziele“ konsequent umsetzen“.

  • Kernstück der Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Set aus 67 konkreten Zielen und Indikatoren. Diese sind eng mit den Zielen auf Bundesebene verzahnt und orientieren sich an den globalen Nachhaltigkeitszielen. Ökologie, Wirtschaft und das soziale Miteinander finden dabei gleichermaßen Berücksichtigung.
  • Als Schwerpunkte greift die Strategie 14 besondere Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung für NRW landespolitisch auf und stellt ihre Beiträge zur Erreichung der Ziele der Agenda 2030 dar. Die Strategie wird ergänzt durch die NRW-Nachhaltigkeitsberichterstattung über das Portal www.nachhaltigkeit.nrw.de.
  • Federführend ist das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz gehört zu den Vorreitern der Nachhaltigkeit: Schon 1999 forderte der Landtag die Regierung auf, alle zwei Jahre zu berichten, wie die Beschlüsse des UN-Umweltgipfels von Rio de Janeiro 1992 umgesetzt werden. 2001 erschien die erste Nachhaltigkeitsstrategie, die stetig weiterentwickelt und letzthin an die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele angepasst wurde.

  • Die Strategie stützt sich auf die sechs Prinzipien, die zwischen Bund und Ländern vereinbart wurden: Nachhaltigkeit als Leitprinzip anwenden, global Verantwortung wahrnehmen, die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, nachhaltiges Wirtschaften stärken, den sozialen Zusammenhalt in einer offenen Gesellschaft wahren und verbessern sowie Bildung, Wissenschaft und Innovation als Treiber einer nachhaltigen Entwicklung nutzen.
  • Schwerpunkte sind unter anderem Reduktion der Treibhausemissionen, Steigerung der Ressourceneffizienz, der Ausbau des ökologischen Landbaus, Minderung der Armutsgefährdungsquote, Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Federführend ist die Staatskanzlei.

Saarland

Die saarländische Landesregierung hat 2016 die Nachhaltigkeitsstrategie „Gemeinsam Verantwortung tragen – für heute und morgen“ verabschiedet. Sie orientiert sich an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen. 2020 wurde beschlossen, sie in einem breiten Bürger*innen-Dialog als „Mitmach-Projekt“ fortzuschreiben. Das Motto „Wir gestalten gemeinsam. Saarland nachhaltig“.

  • Die Strategie umfasst die 6 Handlungsfelder „Bildung, Wissen, Innovation“, „Finanzielle Nachhaltigkeit“, „Demografie, nachhaltige Siedlungsentwicklung“, „Klima- und Ressourcenschutz“, „Erhalt / Stärkung des Wirtschafts- und Industriestandortes“ und „Mobilität“.
  • Ziele sind beispielsweise „Bildung im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung weiter ausbauen“, „Förderung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“, „Reduktion der Treibhausgasemissionen“.
  • Federführend ist das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Zurzeit wird die Nachhaltigkeitsstrategie unter breiter Beteiligung der Bevölkerung mit Fokus auf konkrete Nachhaltigkeitsprojekte fortgeschrieben.

Sachsen

Die Sächsische Staatsregierung hat 2018 die „Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen 2018“ beschlossen, welche von allen Ministerien gemeinsam erarbeitet wurde und gleichermaßen die ökonomische, ökologische und soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung umfasst. Sie ist eine Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie von 2013 und berücksichtigt die globalen UN-Nachhaltigkeitsziele. Zielhorizont ist das Jahr 2030. Zahlreiche Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Unternehmen und Institutionen sind aus einem öffentlichen Beteiligungsverfahren in die Strategie eingeflossen.

  • Sachsens Strategie hat neun Handlungsfelder, die bewusst ressortübergreifend angelegt sind.
  • Die Handlungsfelder sind Bildung und Wissenschaft; Öffentliche Finanzen; Energie und Klima; Natürliche Lebensgrundlagen und Ressourcenschutz; Städte und Ländlicher Raum; Wirtschaft, Innovation, Fachkräfte; Gesundheit und Lebensqualität; Kulturelle Vielfalt, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit; Internationale Beziehungen und Entwicklungszusammenarbeit.
  • Die Koordination liegt beim Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, die Umsetzung erfolgt durch alle Fachressorts.

Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat 2011 die erste Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, 2018 wurde sie dann an die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele angepasst. In der Strategie heißt es: „Jede einzelne Bewohnerin und jeder Bewohner des Landes Sachsen-Anhalt soll auf die Frage der Kindeskinder ‘Was hast du damals getan, um die Zukunft unserer Erde positiv zu gestalten?’ mit gutem Wissen und Gewissen antworten können.“

  • Die Strategie Sachsen-Anhalts umfasst die Handlungsfelder Finanzpolitik, Demografischer Wandel, Gesundheit, Verringerung der Armut und soziale Absicherung, Wirtschaft, Entwicklung des Arbeitsmarktes, Entwicklung des ländlichen Raumes, Digitalisierung, Umweltallianz, Klima und Energie, Bildung und Wissenschaft, Entwicklungspolitische Leitlinien, Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Schwerpunkte sind beispielsweise: Anteil der armutsgefährdeten Personen mindern, Anteil der ökologischen Landwirtschaft ausweiten, Anteil der Raucherinnen und Raucher senken, Energieeffizienz erhöhen, erneuerbare Energien ausbauen sowie den Wald zu Mischwald umbauen.
  • Federführend ist das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie.

Schleswig-Holstein

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat im März 2016 beschlossen, die Agenda 2030 auf der Landesebene umzusetzen. Mit dem „1. Bericht Schleswig-Holsteins zu den UN-Nachhaltigkeitszielen“ hat die Regierung 2020 den Stand der Nachhaltigen Entwicklung anhand von Indikatoren und Zielmarken transparent gemacht. Dieser Bericht dient zugleich als Grundlage für das weitere Vorgehen: Alle fünf Jahre wird die Entwicklung im Land anhand von 75 Indikatoren gemessen und bewertet, um den Handlungsbedarf festzustellen und Maßnahmen abzuleiten. Eine Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verankert Lernen im Sinne der BNE in allen Bildungsbereichen, Phasen der Bildungsbiografie sowie in den Aus-, Fort- und Weiterbildungsbildungsprogrammen der Landesverwaltung.

  • Schleswig-Holsteins Nachhaltigkeitsbericht führt die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele entlang von acht Handlungsfeldern für das Land zusammen.
  • Die Schwerpunkte sind Good Governance und gesellschaftliche Teilhabe, Gesundes Leben, Bildung, Soziale Gerechtigkeit, Infrastruktur und Klimaschutz, Nachhaltiges Wirtschaften und Ressourcenschutz, der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen sowie Globale Verantwortung.
  • Federführend ist das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung zusammen mit der Staatskanzlei.

Thüringen

Die aktuelle Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie wurde im August 2018 verabschiedet. Sie knüpft an die erste Strategie aus dem Jahr 2011 an und orientiert sich nun an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen. Eingeflossen sind auch die Ergebnisse eines breiten Dialogs mit der Zivilgesellschaft.

  • Thüringens Strategie umfasst die 5 Schwerpunktfelder: „Bildung und lebenslanges Lernen“, „Klima, Energie und nachhaltige Mobilität“, „Nachhaltiger Konsum und nachhaltiges Wirtschaften“, „Schutz der biologischen Vielfalt“, „Reduzierung von Ungleichheiten“.
  • Ziele sind beispielsweise: Ganztagsbetreuung für Vorschulkinder „auf hohem Niveau halten“ und den Schuldenstand je Einwohner*innen „verringern“. Oder auch: Adipositas bei Kindern mindern, öffentlichen Personennahverkehr fördern, auch den Ökolandbau und Erneuerbare Energien. Die Artenvielfalt soll erhöht, der Nährstoffeintrag in Gewässer verringert werden.
  • Federführend ist das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

 
Weiterführende Informationen zu den Ländernachhaltigkeitsstrategien erhalten Sie auf der Seite der Bundesregierung:
Länder und Kommunen (bundesregierung.de)

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