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Rückblick 6. NRW-Nachhaltigkeitstagung

RENN West Nordrhein-Westfalen

Rückblick 6. NRW-Nachhaltigkeitstagung: Wie Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt werden kann

Wie gelingt nachhaltiges Handeln im Alltag? Wie kann Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bildungsbereichen verankert werden? Nur eine von vielen spannenden Fragen, die auf der 6. NRW-Nachhaltigkeitstagung diskutiert wurden. Die Ergebnisse gibt es nun zum Nachlesen.

Über 400 Menschen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft waren am 7. Mai 2018 in die Messe Essen gekommen - um gemeinsam die NRW-Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln. In Workshops und Podiumsdiskussionen tauschten sie sich aus, zu spannenden Themen wie „Perspektiven des nachhaltigen Wirtschaftens in NRW" oder „Leben in der Stadt der Zukunft". Eine Dokumentation der Tagung finden Interessierte hier.

Bildung für nachhaltige Entwicklung bereichsübergreifend stärken

Im Workshop „Bildung für nachhaltige Entwicklung in NRW strukturell verankern" repräsentierte Jennifer Gatzke RENN.west und die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Hessen e.V. (ANU Hessen e.V.). Als Mitglied berichtete sie über ihre Arbeit im Fachforum Non-formale, informelle Bildung/Jugend der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dabei geht es um das Lernen außerhalb von Klassenzimmern und Hörsälen.

Vor dem Hintergrund der Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz NAP) im Juni 2017 diskutierten unter der Leitung von Marlies Dieckmann (MULNV) fünf Expertinnen und Experten sowie über 60 Teilnehmende. Dies bezeugt das große Interesse, welches an Bildungsthemen zu Nachhaltiger Entwicklung in NRW besteht.

In seinem Keynote-Vortrag warnt Walter Hirche, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission und Berater für internationale BNE-Prozesse bei der Nationalen Plattform: „Die OECD schätzt, dass Bildung so wesentlich für eine nachhaltige Entwicklung ist, dass ein Versagen bei diesem speziellen Ziel die Umsetzung der 17 SDGs insgesamt gefährden könnte.“ Es liege nun an den Staaten und Regionen, eine systematische Verankerung von BNE in allen Bildungsbereichen voranzubringen sowie Bildung in allen Prozessen, die sich für nachhaltige Entwicklung einsetzen, zu implementieren, heißt es in der Dokumentation der Veranstaltung.

Für eine strukturelle Verankerung von BNE müsse, so Prof. Dr. Andreas Keil von der Universität Wuppertal, bei der Ausbildung der Lehrkräfte begonnen werden, aber auch eine Vernetzung zwischen schulischen und nicht-schulischen Akteuren stattfinden. Wichtig sei ebenso eine Absicherung der Qualität von BNE-Angeboten, erklärte Christel Fissahn vom Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V.. Dennoch dürfe man, so Jeanne Freitag, Mitglied des YouPan (Jugend-Panel zur Umsetzung des Aktionplans), die Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren: „Es bringt nichts, Maßnahmen zu entwickeln, die von der Jugend nicht unterstützt werden“.

Neben interdisziplinären Projekten, die einen Perspektivwechsel ermöglichen, sowie qualitativ hochwertigeren Lehrveranstaltungen, forderten die Teilnehmenden, BNE obligatorisch in die Ausbildung von Lehrenden zu integrieren.

Staatssekretär Bottermann: „Soziale Dimension stärker berücksichtigen"

Das abschließende Fazit der Tagung lieferte Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. Er stellte in Aussicht, ab Herbst weitere Veranstaltungen zu Themen der Nachhaltigkeit durchzuführen: „Wir möchten möglichst viele Menschen beteiligen und einen produktiven Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern führen. Dazu müssen wir die Themen der Nachhaltigkeit ins ganze Land tragen – auch in die ländlichen Regionen NRWs.“ Ergänzend betonte Bottermann: „Zudem müssen wir in Zukunft die soziale Dimension der Nachhaltigkeit noch stärker berücksichtigen.“

Für BNE bedeute dies unter anderem „Bildungslandschaften in Beteiligungslandschaften weiterzuentwickeln“, wie die Teilnehmenden im BNE-Workshop feststellten. Um es mit den Worten von Jennifer Gatzke zu sagen: „Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass Partizipation erst noch gelernt werden muss.“

 

 

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