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Nachbericht: Future Sustainability Congress am 19.11.2019 in Hamburg

RENN.nord

"Mit dem Klima kann man keinen Aufschub verhandeln"

– Horst Köhler

Rund 1000 Expert*innen versammelten sich am 19. November beim Future Sustainability Congress von RENN.nord in Hamburg Wilhelmsburg. An einem Veranstaltungsort, der selbst stellvertretend für den Wandel eines ganzen Stadtteils steht, diskutierten die Teilnehmer*innen über die praktische Umsetzung einer gesellschaftlich und wirtschaftlich nachhaltigen Transformation. Entlang der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen wurden wichtige Themenfelder durch Kurzvorträge und Diskussionsformate beleuchtet. Den Auftakt machte Altbundespräsident Horst Köhler mit einer vielbeachteten Grundsatzrede, bei der er auch seitens der Politik engagierteres Handeln einforderte. Dabei konstatiert er mit Nachdruck und unter großem Beifall der Teilnehmer: „mit dem Klima kann man keinen Aufschub verhandeln.“

Im Anschluss an die Rede Köhlers bezog Kanzleramtsminister Helge Braun direkt Stellung zu den Plänen und Bemühungen der Bundesregierung zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Dabei verteidigte er das Klimapaket der großen Koalition als wichtigen ersten Schritt. „Wir werden immer nachsteuern. Es ist nur der erste Aufschlag von vielen“, so Braun.

Nach den Eröffnungsreden diskutierten Expert*innen in den vier Themenblöcken „Umwelt und Stadt“, „Teilhabe, Bildung und Vermittlung“, „Wirtschaft und Konsum“ sowie „Ländlicher Raum“ wesentliche Stellschrauben für die Transformation. Über 35 Expert*innen stellten in Impulsvorträgen gelungene Praxisbeispiele für Transformationen vor, die in den anschließenden Diskussionen aufgegriffen wurden.

Eine der Schwerpunkte des Kongresses war die Rolle der Kultur im Transformationsprozess. Als vierte Säule der Nachhaltigkeit leisten Kultur und Kunst einen wichtigen Beitrag dabei die Nachhaltigkeitsziele im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern. In Form von Impulsen und künstlerischen Darbietungen, etwa von Rap for Refugees, war der kulturelle Bereich fester Bestandteil des Tages.

Den Abschluss eines ereignisreichen Kongresstages bildete das Gespräch zwischen Paula Caballero, eine der Wegbereiterinnen der Nachhaltigkeitsziele, und Rüdiger Kruse, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, zur Frage, wo wir im globalen Nachhaltigkeitsprozess stehen und was noch zu tun ist. Caballero verabschiedete die Teilnehmer*innen mit den Worten „The Sustainable Development Goals are about changing a mindset.“

 

Die Themenblöcke im Überblick:

Themenblock I: Umwelt und Stadt – Jetzt auf YouTube schauen

Ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen ist Grundstein des Umweltschutzes. Dies trifft besonders auf hochverdichtete urbane Räume zu. Doch oftmals kollidiert diese Erkenntnis mit wirtschaftlichen oder privaten Interessen. In den Podien diskutiert, inwieweit Komfort und Gewohnheiten für den Umweltschutz aufgeben werden müssen. "Wer mit der Bahn anstatt dem Auto fährt, der schützt nicht die Umwelt, sondern zerstört sie nur weniger", konstatierte etwas Prof. Michael Braungart, Mitbegründer der Kreislaufwirtschaft.

 

Themenblock II: Teilhabe, Bildung und Vermittlung – Jetzt auf YouTube schauen

"Wer etwas anders machen will, muss zuerst Neues lernen. Bildung ist daher der erste Schritt zu einer besseren Welt", sagte Nicolas Ertmann von TeachFirst. Die Diskutanten waren sich einig: Je früher Kinder an Themen und Probleme nachhaltiger Entwicklung herangeführt werden, desto selbstverständlicher wird ihr späterer kritischer und engagierter Umgang mit den großen politischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit.

 

Themenblock III: Wirtschaft und Konsum – Jetzt auf YouTube schauen

Mit dem eigenen Konsumverhalten hält jeder von uns den größten Hebel zur nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft in den eigenen Händen. Die zwei Diskussionen drehten sich um die Zahlungsbereitschaft von Konsumenten für nachhaltige Produkten, die Frage, ob sich Nachhaltigkeit und Globalisierung gegenseitig ausschließen und welche Möglichkeiten Privatpersonen und Unternehmen zur nachhaltigen Geldanlage haben. Bei einem waren sich alle Diskutanten einig: Nachhaltigkeit ist ein Geschäftsmodell.

 

Themenblock IV: Ländlicher Raum – Jetzt auf YouTube schauen

Der ländliche Raum ist eine Schlüsselkomponente bei den Nachhaltigkeitszielen. Doch oftmals kommt gerade der Lebensraum zu kurz, in dem die meisten Menschen in Deutschland leben. Es wurde über die richtigen Rahmenbedingungen diskutiert, um den ländlichen Raum wieder attraktiver gegenüber der Stadt zu machen. Die Themenspanne reichte dabei von Breitbandausbau, bis hin zur nachhaltigen Landwirtschaft und Vorzeigeprojekten wie dem Bioenergiedorf Bollewick.

 

 

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